Travel

Auf dieser Seite soll sich alles rund um das Thema Reisen drehen. Dazu findet ihr eine Ansammlung an Posts zu meinen Backpacker Erfahrungen in Australien und Neuseeland. Von der Vorbereitung und Motivation über mein Reisetagebuch bis hin zu Tipps und Tricks zum Sparen

Vorbereitung und Motivation

Hallo ihr Lieben,

in dem heutigem Post soll es mal nicht um meine Erfahrungen gehen, sondern mehr um meine Motivation und wie ich dazu gekommen bin, überhaupt nach Australien zu reisen.
Vorab möchte ich sagen, dass es bei mir vielleicht keine klassische Entscheidung war, sondern sich diese Reise mehr oder weniger ergeben hat. Vor etwas über einem Jahr steckte ich noch mitten in den Abiturvorbereitungen, saß den ganzen Tag in der Bibliothek oder in meinem Zimmer und versuchte irgendwie zu begreifen, was zur Hölle ein Integral ist! Aus der Verzweiflung entstand das Fernweh. Ich wollte weg. Dass ich nach dem Schulabschluss erst mal ein Jahr "Pause" mache, war mir schon länger klar. Nicht nur, weil ich schlichtweg keine Ahnung hatte, was ich studieren will ("Irgendwas mit Sprachen, oder Wirtschaft und Literatur oder vielleicht auch Recht mit Englisch" - Ja, is klar!)


Den ganzen Post findet ihr HIER
___________________________________________________________________________________________________

Noch einen Tag bis zur Abreise - 29. Dezember 2013

„Und, freust du dich schon?”, “Bist du schon aufgeregt?”, wie oft habe ich diese Fragen in letzter Zeit gehört. Nein, denke ich. Nein, nein, nein.
„Ja, klar. Total.”, sage ich. Warum ich vor meiner dreimonatigen Reise an das andere Ende der Welt nicht aufgeregt bin, kann ich mir selbst nicht erklären. Und von Vorfreude kann auch noch nicht die Rede sein.
Klar, Australien ist super! Wunderschöne Landschaften, traumhafte Sonnenuntergänge, türkises Wasser und eigenartige Felsenformationen. Die Oper und die Harbour Bridge in Sydney, der Uluru und Kunst und Kultur in Melbourne warten nur darauf von mir entdeckt zu werden. Aber der Gedanke an mein Hostel in Sydney in einem 6 Bett Zimmer macht mir Angst. Mit fünf anderen Menschen in einem Raum schlafen? Mit unzähligen anderen Dusche und Waschbecken teilen? Das ist nicht meine Welt!
…Noch nicht…
Auch der Gedanke an drei Monate ohne meine Familie und Freunde fällt mir schwer. Und ironischerweise würde das keiner erwarten. Nicht einmal ich selbst. Bei kleinen Auseinanderzetzungen fällt meinerseits dann schonmal der Kommentar: „Gott sei Dank bin ich bald in Australien!” Und bis vor ein paar Wochen habe ich mich auch wirklich gefreut. Ich konnte es gar nicht erwarten, dem deutschen Winter zu entfliehen, Sommer, Sonne, Strand und Meer entgegen zu fliegen. Aber je näher der Tag der Abreise rückte und je realer das Ganze wurde, desto mehr Angst bekam ich. Mit einem Rucksack und begrenztem Budget auf der anderen Seite der Erde reisen? Ohne Plan? Ohne meine Familie? Ich wimmelte die Gedanken ab und beschloss die letzten Stunden mit meiner Familie zu genießen. Ich setzte mich ins Wohnzimmer und jeder aus meiner Familie starrte mich an. Als müssten sie sich meinen Anblick gut einprägen, weil ich nicht mehr wiederkommen würde.

Und hier gelangt ihr zum ganzen Tagebucheintrag.

___________________________________________________________________________________________________

Tag der Abreise - 30. Dezember 2013

An dieser Stelle wird mir bewusst, dass es eine schlechte Idee war am Abend zu fliegen. Den ganzen Tag sitzte ich nun bei meiner Familie und von Stunde zu Stunde wird mir klarer, dass ich diese fünf wichtigsten Menschen in meinem Leben eine ganze Weile nicht sehen werde. Klar, das Ganze klingt nicht so schlimm und das ist es eigentlich auch nicht. Aber ich bin eben ein Familienmensch! Und im Gegensatz zu einigen meiner Freunden, habe ich ein sehr gutes und enges Verhältnis zu meinen Liebsten. Als ich mich später mit meiner besten Freundin treffe, die letztes Jahr für 6 Monate verreist ist, hilft mir das zumindest ein kleines bisschen. Wenn sie es schafft, werde ich das ja wohl auch hinbekommen, denke ich, oder rede ich mir ein. Der Abschied von ihr fällt mir nicht so schwer. Letztes Jahr haben wir das auch geschafft und wir haben uns ein halbes Jahr nicht gesehen. Nachdem wir uns aus eine langen und innigen Umarmung lösen, gehe ich wieder in mein Zimmer. Der fertig gepackte Rucksack liegt auf dem Bett und der Raum sieht leer aus. Als würde hier keiner wohnen. Und das tut für die nächsten Monate auch keiner.

Besonders mein Zimmer werde ich vermissen. Mich nach einem stressigen Tag einfach auf das riesige Bett schmeißen und in die Decken kuscheln. Meine riesige Weltkarte an der Wand mit einem großen X auf Australien und Neuseeland. Mein großes weißes Billy Bücherregal mit sämtlichen Werken von Jane Austen und Shakespeare. Meine Sammlung an TV Serien. Mein Kleiderschrank…


Klicke hier, um den ganzen Post zu sehen.

___________________________________________________________________________________________________


NYE in Singapur - 31. Dezember 2013

Am Flughafen verlief alles reibungslos. Ich saß pünktlich in meinem Fensterplatz und schwebte in Gedanken noch in den Sitzen der ersten Klasse. Wie ungerecht, dass man erst durch die großzügige, freie und moderne erste Klasse laufen musste, um zu seinem eigenen Sitz zu kommen, der einem Drittel des Platzes entsprach.

Irgendwann kann ich mir das auch leisten, dachte ich, seufzte und veränderte meine Position in dem Sitz erneut.

In Dubai stieg ich um und vertrat mir ein wenig die Beine. Der Flughafen alleine war einen Besuch in Dubai wert. Alles war sehr modern und an einigen Stellen standen Palmen mit Liegen, ein kleiner künstlich angelegter See, ein Bach mit Brücke darüber, Kies und mehr Palmen. Das würde ich mir alles noch auf meinem Rückflug von Australien nach Deutschland ansehen können, wenn ich zwei Nächste Zwischenstopp in Dubai habe, dachte ich.

Der Flug von Dubai nach Singapur verging dank der vielen Filme schnell und als ich am 31. Dezember abends endlich in Singapur ankam, freute ich mich auf das Feuerwerk und war in Gedanken eine ganze Zeit lang nicht bei meiner Familie, die sechs Stunden zurück lebte. Lyn holte mich freundlicherweise vom Flughafen ab. Ich war ziemlich aufgeregt gewesen und hatte mir die ganze letzte Stunde Gedanken darüber gemacht, wie das Treffen wohl ablaufen würde. Ob wir uns verstehen würden? Ob sie auch wirklich auftauchte? Ob sie nicht doch eigentlich eine Massenmörderin oder psychisch gestört war?

Und hier geht es zum restlichen Post!

___________________________________________________________________________________________________


From India to China - 1. Januar 2014

Durch die Zeitverschiebung und die Flugdauer ist es nun schon der erste Januar und ich wache mittags auf und muss mich als erstes an den ungewohnten Geruch gewöhnen. Und an den Straßenlärm. In meinem Dorf zu Hause in Bayern werde ich vielleicht von den Kirchenglocken oder dem Kuchuck geweckt – nicht aber von hupenden Autos oder Sirenen. Ich ziehe mich an und tapse ins Wohnzimmer. Zum Frühstück gibt es merkwürdige asiatische Kekse, die mir nicht schmecken. Ich will Nutella und Brot und Milch. Und keinen komischen Asia-Tee.
Ich schlucke alles herunter. Wortwörtlich. Und wir machen uns auf eine Sightseeingtour durch Singapur. Als erstes geht es in den botanischen Garten, der einer der schönsten der Erde sein soll. Und er wird seinem Ruf gerecht. In meinen achtzehn Lebensjahren habe ich schon ein paar botanische Gaerten besichtigt, den in München, Barcelona, Berlin, Washington D.C., London und einige in Kroatien. Besonders begeistert mich der riesige Orchideengarten mit Orchideen nach berühmten Personen gepflanzt und benannt. Neben Nelson Mandela, Lady Di und Margaret Thatcher hat auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Orchidee. Die 5$ Eintritt waren das Erlebnis auf jeden Fall wert.
Mit der U-Bahn geht es nach Little India einem kleinen Indischen Stadtteil mit der wunderbaren Sultanmoschee. Ich bin begeistert von den vielen Farben und Mustern des Gotteshauses.
Die vielen kleinen indischen Geschäfte und Verkaufsstände mit indischer Musik lassen einen fast vergessen, dass man in Singapur ist – zumindest bis man um die Ecke geht vor einem Skyscraper steht und wieder voll und ganz in der Stadt der Gegensätze angekommen ist. Von den dreckigen Straßen mit zwölfjahrigen rauchenden und tattoovierten Kindern taucht man auf einmal in ein modernes, sauberes toursitisches Singapur ein. Und ein paar Blöcke weiter beginnt dann Chinatown und das Spiel wiederholt sich.
Abends am Singapore River entlang zu schlendern ist toll. Die Lichter der Clubs, Bars und Restaurants der Großstadt funkeln und ganz typisch asiatisch sitzen wir mit Frühlingsrollen und anderem undefinierbarem Essen auf einer Bank und sind erleichert, dass es langsam kühler wird.
Durch die Lage Singapurs am Äquator beträgt die Luftfeuchtigkeit gefühlte 200% und auch ohne nur einen Schritt zu tun schwizt man wie nach einer dreistündigen Fitnesssession. Zumindest stelle ich mir vor, dass man nach drei Stunden Training so schwitzt. Nicht, dass ich das schonmal gemacht hätte. Drei stark aufegstylte Asiatinnen mit schwarzem glänzendem Haar bis zum Po staksen an uns vorbei. Ich seuftze, wie sehr ich meinen Föhn, mein Glätteisen und meine zwei Schubladen voller Make-up vermisste.
Hier geht es zum ganzen Post. 
___________________________________________________________________________________________________

Marina Bay Sands & Gardens By The Bay - 2. Januar 2014

Dass man als Nicht-Asiatin in Singapur das ein oder andere Mal blöd angesehen wird und als große, blonde, blauäugige Deutsche mit komischen Blicken zu kämpfen hat wurde mir schnell klar. Auch sämtliche Einrichtungen der Stadt – U-Bahn, Eingänge, Toiletten, etc.- sind auf eine Durchschnittsgröße von 1,55 m ausgerichtet. Nachdem ich mir in der Früh im Badezimmer zehn Minuten lang die Augen vor Heimweh und Kulturschock ausgeweint habe, fühle ich mich nun fit, um die Stadt zu erkunden. Denn der schönste Teil kommt heute: Es geht zum berühmten Marina Bay Sands Hotel. Da Lyn heute arbeiten muss mache ich mich eigenständig auf den Weg zum Hafen. 
Bei dem Hotel waren wir bereits in der Silvesternacht gewesen und alles ist gut ausgeschildert, sodass ich nach zweimal umsteigen in der Metro ankomme. Die 25$ für die Fahrt auf das Dach zahle ich nicht, den das beeinhaltet leider noch nicht mal den Infinitypool, da dieser nur für Hotelgäste zugänglich ist. Doch bei den Gardens By The Bay einer futuristischen Gartenanlage, die mich stark fasziniert gibt es für nur 5$ den Skywalk, bei dem man auf einem hohen Steg von einem Kunstbaum zum nächsten läuft. Die Aussicht ist wirklich einmalig. Bis zum Hafen kann man von hier aus blicken und ich schieße schnell ein Selfie, um damit später bei meiner Familie anzugeben.
Weiter geht es von dort aus zum Singapore Flyer, der aussieht wie das London Eye und mich daher nicht besonders beeindruckt. Ich laufe noch eine ganze Weile durch die Gegend am Fluss und versuche den ekelhaften Geschmack des Leitungswassers zu ignorieren. Das passiert, wenn man die reine Frische einer Alpenquelle gewohnt ist.
Insgesamt finde ich Stadt anders. Die touristische Gegend ist toll, sauber und futuristisch, besonders für jemanden, der aus einem Dorf kommt macht das lebendige Stadtleben Eindruck.  Doch die etwas abgelegeneren Orte sind dreckig und stinken und auch die jungen Kinder mit Drogen und Zigaretten schockieren mich. Von Deutschland bin ich es ja gewohnt, dass man mit vierzehn schon raucht oder ein Bier trinkt und ich werde nicht verneinen, dass ich es nicht auch mal probiert habe. Aber Tattoos und Drogen?
Eine weitere Sache, die ich durch Lyn gelernt habe sind die vielen – teilweise absurden - Verbote und Strafen in dem Stadtstaat. Öffentlich Kaugummi kauen bringt mehrere hundert Dollar Strafe ein und sich auf einen Platz zu setzten, der für Schwangere und Ältere vorgesehen ist kann einen schnell tausende Dollar kosten. Und hier wird hart durchgegriffen. Ich selbst habe zugesehen wie ein Mädchen aus England jeden einzelnen Kaugummi aus ihrer Packung vor dem Polizisten wegschmeissen musste und anschließend Strafe zahlte. Der Hintergrund dafür ist mir und vielen Singapurianern unbekannt.
Wenige Stunden später bin ich wieder in Lyn’s Apartment und bin erneut am Packen und Dokumente kontrollieren. Ticket, Reisepass, Geld, Kreditkarte. Alles da. Ich wurde nicht bestohlen, nicht ermordet oder vergewaltigt. Mein Fazit: Singapur erfolgreich überlebt.
Spät abends hebt mein Flieger dann ab und landet am nächsten Morgen auf australischem Boden.

Hier gibt es den ganzen Post mit englischer Übersetzung. 
___________________________________________________________________________________________________








No comments:

Post a Comment

Wenn euch mein Blog gefällt und ihr Fragen, Kritik, Lob oder Meinungen habt, würde ich mich sehr über euren Kommentar freuen.
Danke <3
Jessi